Erzähl mir was! – Vom Storytelling und seiner Funktion in der Vermarktung Eurer Musik

In einer Zeit, in der es immer einfacher wird, seine Musik zu veröffentlichen und in der das Publikum wöchentlich mit neuen Bands und Alben überschwemmt wird, kommt es mehr und mehr darauf an aufzufallen. Und wie würde das besser gehen, als wenn man eine persönliche Beziehung zu seinen Fans hat? Genau hier setzt das sogenannte Storytelling Marketing an.

Was ist Storytelling Marketing?

Storytelling Marketing ist die Erhöhung der eigenen Bekanntheit durch das Erzählen von Geschichten.

Man darf das Ganze jetzt natürlich nicht mit einer Märchenstunde verwechseln – es geht darum, Ereignisse Eurer Band in Form einer Geschichte zu erzählen, anstatt einfach nur die Fakten darzustellen. Geschichten haben seit jeher die Menschen zusammengebracht und ein Gefühl der Verbundenheit erzeugt. Eine gemeinsame Historie schweisst zusammen und bildet aus den Individuen eine Gemeinschaft.

Und genau dieses Gefühl zu erzeugen ist Sinn und Zweck des Storytelling Marketings.

Schön und gut – aber WARUM? Sollte nicht meine Musik für sich selbst sprchen?

Natürlich ist Eure Musik der Fokus – Eure Songs, die Eure Geschichten erzählen. Aber im Storytelling Marketing geht es eben NICHT um den reinen Verkauf Eurer Musik oder Eures Merch. Es geht darum, eine Beziehung zu Euren Fans aufzubauen, sie mit auf Eure Reise als Band zu nehmen.

Durch Geschichten wirkt das, was Ihr als Band tut, viel plastischer und echter. Der Fan wird nicht einfach nur mit Informationen versorgt, sondern erlebt die Geschehnisse hautnah mit. Er hat Teil an allen Höhen und Tiefen, die die Band und seine Fangemeinde durchlaufen. Und genau hier ist das Kernwort: FanGEMEINDE. Denn Ihr geht mit Euren Fans eine wunderbare Form der Gemeinschaft ein. Und je enger diese Gemeinschaft zusammenhält, desto mehr werden auch andere Teil dieser Gemeinschaft werden wollen.

Okay, also Geschichten erzählen…Wie damals in der Schule, oder was?

Ja und Nein. Die Grundregeln kommen tatsächlich aus der Schule: Aufbau, Struktur, Spannungsbogen und so weiter. Lediglich der Inhalt ist natürlich grundverschieden von dem, was wir damals im Deutsch-Unterricht gemacht haben – denn statt fiktionalen Ereignissen basieren unsere Geschichten auf wahren Begebenheiten. Schauen wir uns das mal im Detail an:


Kernelemente der Geschichte

Jede gute Geschichte hat einen Anfang, einen Hauptteil und ein Ende. So weit, so gut. Wichtig ist aber, dass der Spannungsbogen über alle drei Teil hinweg konsistent ist. Im Prinzip ist es dem Sonwriting bzw. der Komposition nicht unähnlich.

Unser Anfang sollte den Leser direkt ins Geschehn hinein bringen. Er muss in den ersten Sätzen direkt das Interesse wecken und halten. Im übrigen sind die sogenannten „Click-Bait“ Überschriften nicht nur viel zu plump sondern werden mittlerweile von vielen durchschaut – also lasst Euch nicht dazu hinreißen, einfach eine reißerische Überschrift einzusetzen und dem Rest keine Beachtung zu schenken.

Wir wollen also den Leser interessieren. Das bedeutet, dass wir ein paar der W-Fragen direkt in den ersten Sätzen beantworten müssen:

  • Was ist der Gegenstand der Story? – Zum Beispiel könnte das der neue Song sein, an dem Ihr arbeitet

  • Wann? – in diesem Beispiel also „momentan“

  • Wer? – Natürlich ihr als Band. ABER jede gute Geschichte hat auch einen Antagonisten, einen Gegenspieler. Dazu gleich mehr.

  • Was ist der Konflikt? – Richtig, es geht um einen Konflikt, eine Hürde, die überwunden werden muss – das können Personen aber auch Umstände und Widrigkeiten sein.

Ein ganz simples Beispiel für einen Anfang wäre:

„Da sitzt man Freitag Abend ganz entspannt zusammen, um am neuen Song zu arbeiten und BÄMM – Strom aus, Verstärker abgeraucht und irgendwie riecht es verbrannt.“

Das ist natürlich jetzt ein sehr einfach Beispiel. Aber der erste Impuls ist doch zu fragen „Und dann? Was ist passiert? Sind alle gesund?“

Nochmal zur Sicherheit: Es sollte sich natürlich um wahre Begebenheiten handeln.

Der Hauptteil erläutert den Konflikt und erzählt von dessen Auflösung. Die Schnellschüsse, die Niederlagen, das „Wieder-aufrappeln“, der neue Versuch, der „letzte Boss“… Hier können wir uns richtig austoben und alle die Abzweigungen, Kurven, Sackgassen und Lösungswege so plastisch und spannend wie möglich erzählen. Letztlich führen wir dann zum Schlussteil hin. Diese Hinführung enthält den Höhepunkt, den „Alles-oder-Nichts“-Moment zur Lösung unseres Konflikts.

Im Schluss erfolgt dann die Auflösung und wir können endlich unser Happy End feiern. Gerade hier ist es besonders wichtig, dass wir den Leser emotional abholen. Wir müssen ihn teilhaben lassen an unserer Freude und Erleichterung, die wir nach Lösung des Konflikts verspüren.

Gut, jetzt hab ich meine Story – und nun?

Ganz einfach: Wir erzählen unsere Geschichte – Facebook, Instagram, Youtube….alle sozialen Netzwerke können wir mit einbeziehen. Dank der „Story“ Funktionen können wir das Ganze mit Bildern noch viel mehr beleben. Ein „Behind The Scenes“ Video auf Youtube wird von echten Fans immer sehr geschätzt, lässt es sie doch hautnah am Erlebnis „Band“ teilhaben.

Wir müssen ja auch nicht alles auf einmal erzählen – was in Film, Fernsehen und Videospielen funktioniert, funktioniert auch hier: Einzelne Episoden erzählen sukzessive die ganze Geschichte, hält die Spannung hoch und nebenbei haben wir auch echten Content für unsere Fans und Follower. Ohne, dass wir uns wie Handelsvertreter fühlen müssen, die etwas andrehen wollen – sondern einfach damit, dass wir die Menschen teilhaben lassen an unserem Leben als Musiker.

Natürlich steht Euch Der Bandcoach gerne zur Seite, wenn es um Eure eigene Story geht. Sprechen wir darüber und schreiben gemeinsam Geschichte!