Lockdown Light – Was kann ich tun?

Die aktuelle Situation trifft uns Musiker natürlich besonders hart – keine Gigs, keine Einkünfte. Keine Einkünfte, keine neuen Veröffentlichungen, etc. etc.

Was also tun? Die Miete für den Proberaum zahlen wir trotzdem. Die Absicherung des Equipments kostet trotzdem. Die Gitarren brauchen trotzdem neue Saiten.

Die gute Nachricht ist, dass es natürlich noch andere Quellen gibt als Gigs bzw. Merch-Verkäufe bei Gigs. Hier möchte ich Euch ein paar Ideen zur Anregung vorstellen.

  1. Patreon – https://www.patreon.com/

Patreon ist – wie der Name schon sagt – eine Plattform, auf der eure Fans „Patron“ werden können – indem sie euch mit einem festen Betrag pro Monat (!) unterstützen. Im Gegenzug erhalten diese „Patrons“ dann zum Beispiel Vergünstigung, exklusive Einblicke hinter die Kulissen, exklusive Gewinnspiele oder ähnliches.

Finanziert wird die Plattform dann in Form von Prozentualen Abgaben, die direkt bei Verarbeitung der Zahlungen einbehalten werden. Diese sind aber immer noch in einem vertretbaren Rahmen und fallen nur an, wenn ihr auch Patrons habt. Das Preis-Modell könnt Ihr hierbei selbst bestimmen indem ihr eines von drei Modellen auswählt. Hier ist natürlich auch wieder ein Unterschied in den verfügbaren Funktionalitäten, aber ein Upgrade ist jederzeit möglich. Daher kann es durchaus lohnen, zunächst mit der Basis-Variante zu starten und erst dann das Upgrade zu fahren, wenn die Menge der Patrons das rechtfertigen.

Auf der Gegenseite legt ihr dann die möglichen Monatlichen Beiträge und deren verknüpfte Benefits fest. Zum Beispiel gibt es ab 5 EUR im Monat einen regelmäßigen Shout-Out, ab 10 EUR im Monat kommt man bei Platten etc mit in die Credits, ab 20 EUR kommt der Name mit in den Lostopf für VIP-Tickets – The Sky is the limit. Da sind euren Ideen keine Grenzen gesetzt.

Der größte Vorteil bei diesem System ist, dass ihr eine sehr enge Bindung mit euren Fans eingeht – sie bekommen eure Arbeit hautnah mit und binden sich auf diesem Wege noch mehr an euch. Und erzählen ihren Freunden davon…Ein nicht zu unterschätzender Multiplikator.

Der „Nachteil“, wenn man ihn denn so nennen will, ist natürlich, dass diese Community gepflegt werden möchte: Regelmäßiger Content ist hier schon notwendig, sonst springen die Patrons wieder ab. Daher empfiehlt es sich, sich genau zu überlegen was man in welchen Intervallen zur Verfügung stellen will – und wenn möglich diesen Content auch schon „Auf Halde“ zu haben, zumindest für ein bis zwei Monate im Voraus, um größere Lücken zu vermeiden.

Richtig verwendet kann sich Patreon aber durchaus zu einer soliden Einnahmequelle entwickeln.

  1. Wohnzimmerkonzerte (im Rahmen der jeweils geltenden Vorschriften)

Gerade im näheren Umfeld – wo sich ja meistens der Kern der Fangemeinde befindet – kann es sich auch lohnen, kleine Privatkonzerte zu veranstalten, die dem gerade aktuellem Stand der Vorschriften entsprechen, da nicht mehr als zB 25 Leute kommen (können). Natürlich muss man hier ein wenig darauf achten, wie aufwändig Dinge wie Anreise, Unterbringung usw. sind, damit sich das finanziell lohnt. Dennoch überwiegen letztlich die Vorteile.

Damit hält man sich dann nicht nur im Gedächtnis der Fans, sondern kann je nach dem auch zumindest die laufenden Kosten einspielen. Darüber hinaus lassen sich kleine Privatkonzerte bzw. Wohnzimmerkonzerte auch prima mit Punkt 3 verbinden.

  1. Bezahlte Streaming Konzerte

Diese besonders in der Anfangsphase in April/Mai 2020 probierte Methode ersetzt die regulären Gigs durch Streaming. Zwar hat die Erfahrung gezeigt, dass der Turn-Out hier bei weitem nicht mit dem „richtiger“ Konzerte vergleichbar ist; dennoch kann es sich lohnen, diese Methode zumindest auszuprobieren.

Nichtsdestotrotz müssen bei bezahlten Streaming-Konzerten vor allem technisch einige Vorbereitungen getroffen werden, damit auch alles reibungslos läuft. Vernünftige Kameras, erprobte Beleuchtung und Sound, der richtige Streaming-Anbieter und ein einfach zu bedienendes Zahlungsmodell sollten abgeklärt und erprobt sein, bevor man an die konkrete Planung geht.

Wie man das konkret machen kann, und welche Anbieter es gibt etc. haben die Kollegen bei Delamar bereits Anfang des Jahres ausgiebig recherchiert: https://www.delamar.de/recording/livestream-konzert-55349/

Ist aber technisch alles aufgesetzt und getestet verhält es sich mit einem Streaming-Konzert genauso wie mit einem regulären Gig: Werbetrommel rühren und möglichst viele Fans aktivieren.

Das sind natürlich nur ein paar Beispiele – der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt. Und das Beste dabei ist, dass Ihr bei eigentlich allen Optionen dafür sorgt, dass Ihr euren Fans im Sinn bleibt – und Patreon ist eine sehr gute Gelegenheit, die Beziehung zu Euren Super-Fans zu intensivieren.

Natürlich muss man für sich selbst entscheiden, welche Methoden zur Band passen. Warum reden wir nicht einfach mal darüber?