Leicht heißt nicht einfach – Ein Kompass für den Vermarktungsdschungel

Ja, es stimmt: Noch nie war es so leicht, seine Musik selbst zu produzieren und zu veröffentlichen. Die moderne Technik, die Digitalisierung und die Globalisierung machen es möglich. Und trotzdem bleiben viele auf der Strecke.

Warum? Weil leicht nicht unbedingt einfach heißt.

Denn sowohl seine eigene Musik zu produzieren und vor allem dann zu vermarkten sind nicht nur zwei auf den ersten Blick völlig unterschiedliche Dinge, sondern erst recht sehr komplexe Vorgänge. Beides lässt sich heutzutage leicht umsetzen, dank der modernen Technologien und Kanäle. Aber diese Umsetzung zu verstehen und daraufhin zielgerichtet zu planen und vorzubereiten ist eben sehr komplex.

Das Thema Musikproduktion sparen wir uns für ein anderes Mal auf, denn beides zu erläutern würde wirklich den Rahmen sprengen. Heute soll es um das Thema Vermarktung gehen.

Wie bereits erwähnt, ist das Thema ziemlich komplex. Nicht zuletzt dadurch, dass alle Aspekte, um die es gleich gehen wird, sich gegenseitig beeinflussen. Aber der Reihe nach. Zunächst einmal schauen wir uns die grundlegenden Begriffe und damit auch die Einzelteile der Vermarktung von Musik an.

Zielgruppe

Vermutlich können viele dieses Wort bald nicht mehr hören, aber wenn wir von Vermarktung sprechen, dann können wir das Thema Zielgruppe nicht außen vor lassen. Immerhin sind das diejenigen Menschen, die eure Musik hören und letztendlich auch kaufen sollen.

Diese Gruppe (oder mehrere, dazu gleich mehr) sollte so spezifisch wie möglich definiert sein. Es reicht also nicht zu sagen „Alle Metalheads“ – denn auch wenn das auf den ersten Blick eine klare Ansage zu sein scheint, so sind doch diejenigen, die sich für Metal-Musik begeistern deutlich breiter und differenzierter aufgestellt. Eine funktionierende Definition könnte zum Beispiel sein:

Hörer zwischen 18 und 45 Jahren, die regelmäßig Konzerte und Festivals besuchen und hauptsächlich klassichen Powermetal hören, wie beispielsweise Hammerfall oder Blind Guardian“

Je spezifischer die Zielgruppe ist, desto zielgerichteter kann ich vermarkten. Und wenn meine Musik beispielsweise mehrere Gruppen anspricht, zum Beispiel sowohl „Old School“ Metalfans als auch die „jüngere“ Metal-Generation, dann definiere ich eben mehrere Gruppen. Wichtig ist letztendlich, dass ich für jede dieser Gruppen unterschiedlich werbe und natürlich, dass ich ein grundsätzliches Verständnis davon habe, wie diese Gruppen „ticken“. Es wurden schon seitenweise Bücher zu diesem Thema geschrieben, geht hier also natürlich deutlich über den gesetzten Rahmen hinaus. Warum reden wir da nicht einfach mal unverbindlich drüber?

Vermarktungsziel

Worum genau geht es mir denn bei der Vermarktung? Allein ums Geldverdienen? Oder möchte ich meine Bekanntheit steigern? So oder so sollte jede Vermarktungsmaßnahme immer ein ganz bestimmtes Ziel verfolgen. Sollte ich mehr als nur ein Ziel verfolgen, so gilt auch hier wie bei der Zielgruppe: Eine Kampagne je Ziel.

Denn je nach Zielsetzung muss ich meine Maßnahmen und Methoden anders koordinieren und aufstellen. So oder so solltet Ihr sicherstellen, dass eure Ziele messbar sind. Woher soll man sonst wissen, ob ein Ziel erreicht wurde oder nicht? Ohnehin ist es eigentlich immer sinnvoll, seine Ziele SMART zu formulieren:

S: spezifisch

M: messbar

A: aktiv oder aktionsorientiert – das bedeutet es so zu formulieren, als ob es erreicht sein wird

R: realistisch – ehrgeizig ja, aber erreichbar

T: terminiert, also mit einem konkreten Zeitpunkt versehen, bis wann das Ziel erreicht ist. Also zum Beispiel:

Bis zum 31.12.2018 haben wir 4 Gigs im Umkreis von 200 Kilometern gespielt und dabei 500 EUR durch Gagen/Ticketverkäufe und Merch-Verkäufen umgesetzt.“

Maßnahmen

Das „Wie“ ist natürlich auch ein nicht zu unterschätzender Faktor, der allerdings vor allem durch die Faktoren „Zielgruppe“ und „Budget“ maßgeblich beeinflusst wird. Im Idealfall sollte es sich natürlich immer um einen Mix aus verschiedenen Kanälen, sowohl online als auch offline handeln. Wo aber welche Schwerpunkte zu setzen sind, wird durch die Zielgruppe beeinflusst. Handelt es sich hauptsächlich um junge Leute (oder solche, die jung geblieben sind), so sollte ich vielleicht den Online-Kanälen eine höhere Bedeutung beimessen.

Man sieht also, dass wir jetzt schon sehr im Bereich der Komplexität angekommen sind. Die einzelnen Möglichkeiten hier ausführlich vorzustellen schießt natürlich über das Ziel hinaus. Aber wir können gerne mal darüber reden!

Budget

Machen wir uns nichts vor: Die meisten Werbemaßnahmen kosten nun mal einfach Geld. Und auf den ersten Blick hat man den Eindruck, dass der Erfolg oder Misserfolg einer Vermarktungskampagne vor allem am eingesetzten Budget hängt.

Das ist aber zum Glück nicht unbedingt der Fall. Es kommt letztlich darauf an, welche Maßnahmen ich geplant habe. Je nachdem sollte ich entsprechend mein Budget festsetzen.

Hierbei handelt es sich natürlich auch um einen der limitierenden Faktoren – es wird nämlich gerade am Anfang oft so sein, dass vermeintlich effektive Maßnahmen schlicht und einfach das Budget sprengen. Hier ist dann wieder eure Kernkompetenz gefragt: Kreativität

Wenn mir die Mittel fehlen eine riesige Werbekampagne zu finanzieren, müssen die machbaren Maßnahmen eben effektiver sein. Wie man das konkret gestalten kann würde hier natürlich den Rahmen sprengen. Warum reden wir also nicht einfach mal darüber?

Fazit

Wir sehen also: Vermarktung ist ein hochkomplexes Thema – aber eben in der Umsetzung relativ leicht. Von daher sollte und darf man sich als aufstrebende Band davon nicht abschrecken lassen. Vermarktung ist an der Stelle eines der Werkzeuge, die unmittelbaren Einfluß auf eure Band-Ziele haben. Beschäftigt man sich also eingehender damit und hat einen konkreten Plan mit einem konkreten Ziel vor Augen, so muss man den Weg lediglich beschreiten um seinem Erfolg in der Musik näher zu kommen. Und das Beste ist, man muss sich da nicht allein durchkämpfen. Vereinbaren wir doch einfach mal ganz unverbindlich einen ersten Termin!