Wo ist der Abbruchhammer? – Schreibblockaden überwinden

Wir alle kennen das – da hat man ein geniales Riff oder eine wirklich clevere Songidee….und der Kopf ist wie leergefegt. Keine zündende Idee für eine Hook, keine ersten Zeilen, nichts. Wir laufen mental gegen eine Mauer und statt einem emotionalen Song nur gähnende Leere. Stunden-, tage- oder gar wochenlang brüten und grübeln wir und am Ende verläuft das, was als gute Idee anfing im Sande.

Die Angst vor dem leeren Blatt ist real, das weiß jeder, der sich mit dem Thema Songwriting beschäftigt hat. Aber was tun, wenn im Kopf nur ein weißes Blatt Papier vor dem geistigen Auge schwebt? Den Kopf in den Sand stecken? Einfach warten, bis die Inspiration doch wiederkehrt? Oder gibt es nicht Mittel und Wege, den Fluss wieder zum fließen zu bekommen?

Zum Glück gibt es sie tatsächlich! Welche Methoden gut funktionieren ist natürlich wieder Typsache, aber ein paar Dinge, möchte ich euch gerne an die Hand geben.

1. Schreiben, schreiben, schreiben!

So banal es auch klingt, aber das Schreiben bzw. Komponieren von Songs ist grundsätzlich erst einmal Handwerk. Und wie bei jedem Handwerk lässt sich eine gewisse Routine durch einfaches Wiederholen antrainieren. Also schreibt einfach drauf los – egal ob es Sinn macht, was dabei rumkommt oder nicht. Alles völlig atonal und nicht zusammenhängend? Egal! Einfach mal machen und im Idealfall immer aufschreiben. Manchmal verbergen sich die schönsten Perlen im Sand. Und mit der nötigen Routine im Schreiben kommen die Einfälle auch wieder leichter. Vielleicht ist ja ein besonders origineller Ansatz dabei?

2. Lesen, lesen, lesen!

Wortschatz und Fantasie sind zwei unabdingbare Werkzeuge in eurem kreativen Werkzeugkoffer. Und was gibt es schöneres, als sich völlig in einer Fantasiewelt zu verlieren oder sich von einem spannenden Roman mitreißen zu lassen? Das regt nicht nur eure Vorstellungskraft an, sondern kann auch durchaus inspirierend wirken – die mitreißende Geschichte, der interessante Gedankengang oder die abgedrehte Psyche eines Wahnsinnigen. Alles kann die nächste Idee zu einem guten Song sein. Und quasi nebenbei erweitert Ihr euren Horizont und euren Wortschatz und lernt dabei von echten Wortprofis – nämlich Schriftstellern! Natürlich beschränkt sich das nicht nur auf Bücher und eBooks, aber meine persönliche Erfahrung ist, das kaum ein Medium so sehr die eigene Kreativität in den Fluß bringen kann, wie das geschriebene Wort.

3. Denk nicht soviel nach!

Will die Blockade so gar nicht verschwinden, kann es sehr hilfreich sein, einfach mal Abstand zu nehmen. Damit meine ich NICHT, dass die Idee auf die Halde wandert – sondern dass Ihr euch ganz bewusst mit etwas völlig anderem beschäftigt. Spielt einfach irgendwelche Songs nach, geht gemeinsam was trinken oder was auch immer euch einfällt. Hauptsache, es hat nichts mit dem Song zu tun.

4. Einfach mal jammen!

Gerade als Band ein probates Mittel, um neue Impulse zu bekommen – spielt einfach drauf los und schaut, wo die Reise hingeht. Bei aller „Ernsthaftigkeit“ mit der Ihr eure Musik betreibt, so ist Musik doch immer noch ein Spiel. Spielt das Riff im Loop, mal mit und mal ohne Verzerrung. Mal als Rock, dann als Reggae. Singt das erstbeste dazu, was euch einfällt. Falls möglich, nehmt das Ganze mit dem Handy oder sonstwie auf – und schon kann es sein, dass sich die Blockade völlig von allein löst und der Song und seine Emotion euch den Text vorsagen.

5. Ein nützlicher Schimmel

Wenn ihr besonders beim Texten lieber methodisch vorgehen wollt, dann schreibt Ihr euch am besten einen sogenannten „Schimmel“. Das ist ein Blindtext, der bis auf die geplanten Silbenzahlen fast gar nichts mit dem geplanten Endprodukt gemein hat. Oft wird das auch als „Blindtext“ bezeichnet. Schreibt einen Text mit beliebigen Worten – das einzige Kriterium ist, dass die Worte dieselbe Anzahl an Silben haben müssen, wie das Zielwort. Als Beispiel: Beim texten von „Yesterday“ hat Paul McCartney zuerst die Worte „Scrambled Eggs“ verwendet. Diese wurden dann schließlich durch das ikonische „Yesterday“ ersetzt.

Ihr habt nun ein paar einfache Methoden an der Hand, mit der Ihr eine eventuelle Schreibblockade überwinden könnt. Für noch mehr Kniffe, können wir uns gerne mal über das Thema „Songwriting“ unterhalten und schauen, wie wir Euren Workflow am besten für Euch optimieren können! Schaut doch einfach mal vorbei und wir machen was aus!